Chicago Citytrip – 3 Tage in der Windy City
Gleich vorweg, Chicago hat den Spitznamen Windy City nicht wegen dem Wind abbekommen sondern weil die Politiker durch viel heiße Luft die Weltausstellung im 19ten Jahrhundert nach Chicago holen konnten 🙂 -> mehr dazu auf Wikipedia.
Doch zurück zur Stadt an sich, Chicago hat ca. 2,7 Mill. Einwohner und liegt am riesigen Lake Michigan im gleichnamigen Bundesstaat Michigan eher auf der Ostseite/Midwestern der USA.
Wir konnten diese wunderbare Stadt im Juni für 3 Tage besichtigen und hier unsere Tipps und Highlights dazu. (auch gleich in einem kurzen Video verpackt).
Die Sightseeing Highlights für die Reise nach Chicago
Chicago ist architektonisch gesehen ein wahres Juwel und ist wohl jedem Architekten und Architekturinteressierten ein Begriff. Aber auch für nicht ganz so Architektur bewanderte Touristen wie uns war der Riverwalk und eine Bootstour am Chicago River eines der Highlights von Chicago.

Riverwalk und eine Bootstour am Chicago River
Der Chicago River, direkt verbunden ist mit dem Lake Michigan, fließt durch einen Großteil der Innenstadt und gerade direkt an diesem Kanal finden sich fast alle architektonischen Highlights. Daher hat es die Stadt Chicago hier besonders schlau gemacht und wunderschöne Fußgängerwege direkt am Wasser gebaut. Wir empfehlen diesen Riverwalk auch einmal am Tag und einmal bei Nacht zu machen, da es wirklich ein wunderbares Ambiente ist und man sich gar nicht sattsehen kann an den spektakulären Gebäuden und Wolkenkratzern die auf beiden Seiten des Kanals empor ragen.
Für eine Bootstour gibts es einige Anbieter aber auf eine Empfehlung hin haben wir uns für die Wendella Boats entschieden, da diese auch auf den Lake Michigan rausfahren und dort eine kleine Runde drehen bevor man den Chicago River durch die Stadt entlangfährt.

Der Preis ist mit ca. 35$ pro Person für die Dauer von ca. 90 Minuten auch vollkommen ok, da der Guide wirklich gut und unterhaltsam ist. Daher unsere klare Empfehlung für die Wendellaboats.
Millenium Park mit dem Jay Pritzker Pavilion, Crown Fountain und dem Cloud Gate
Gleich mehrere Top Sehenswürdigkeiten sind quasi im Millenium Park platziert. Dabei ist den Künstlern die das Cloud Gate oder auch „The Bean“ und den Crown Fountain entworfen haben, besonders gut gelungen diese beiden Sehenswürdigkeiten auch für „normale“ Touristen superinteressant zu gestalten.
Das Cloud Gate sieht aus wie ein großes Ei das von einem Alien platziert wurde :), eine weitere Bezeichnung ist auch noch „The Bean“ aufgrund der interessanten Form.

Das coole daran ist, das es eine spiegelnde Oberfläche hat und man auch darunter durchgehen kann. Dadurch ergeben sich sehr unterhaltsame optische Effekte. Ein bisschen wie in einem Spiegelkabinett. Hier lohnt es sich auch einmal am Tag und einmal in der Nacht vorbeizuschauen.
Der Crown Fountain Springbrunnen ist keine 100m entfernt vom Cloud Gate und ist besonders an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung.

Auf diesen 2 riesigen rechteckigen Klotzen, die fast an überdimensionale aufgestellte Legosteine erinnern, läuft Wasser herunter und alle paar Minuten gibt es, zur großen Freude der herumlaufenden Kinder (und auch Erwachsenen) einen Wasserstrahl aus dem Mund der Person die als Videoinstallation auf beiden Klötzen läuft.
Also keine Scheu, einfach Schuhe aus und ein bisschen plantschen dort.
Auch in unmittelbarer Nähe befindet sich der imposante Jay Pritzker Pavilion.

Dort gibt es im Sommer gratis Konzerte und Film Vorführungen und auch andere Veranstaltungen (hier das Programm) werden dort das ganze Jahr über abgehalten. Das ausgeklügelte Design stammt vom weltberühmten Architekten Frank Gehry, der auch bei einigen andere interessanten Bauten in Chicago seine Finger im Spiel hatte. Das Guggenheim Museum in Bilbao ist übrigens auch von ihm. Wir hatten das Glück gleich ein Screening des in Chicago gedrehten Kultfilms Blues Brothers zu erwischen 🙂

Hier hat man also 3 bzw. 4, wenn man den Millenium Park an sich auch mitzählt, Sehenswürdigkeiten gleich an einem Platz nah beisammen.
Navy Pier und das Riesenrad
Der aufwendig ausgebaute Steg mit dem Riesenrad ist auch einen Abstecher wert, vor allem weil es zu Fuß auch ca. nur 1 km weg ist vom Millenium Park. Am Pier direkt gibt es auch eine Fülle von Restaurants, die aber wegen der guten Lage auch etwas teurer sind. Wenn man etwas Abkühlung braucht ist praktisch direkt in der Mitte des Piers auch ein kleines Einkaufszentrum und ein „Palmenhaus“ / tropischer Garten mit freiem Eintritt platziert.
Lake Michigan und Badeplätze
Direkt in Chicago gibt es eine Menge an Badeplätzen und künstlich geschaffenen Stränden die alle frei zugänglich sind. Hier hat Chicago dafür gesorgt das es keine Verbauung gab was ich sehr lobenswert finde, wenn man sich einige Seen in Österreich ansieht.
Unser Tipp hier, ein Citybike (Divvy Bike) ausborgen und entlang dem See aus der Stadt Richtung Soldier Field Stadium (vom NFL Team Chicago Bears) fahren. Gleich beim Adler Planetarium und Shedd Aquarium gibt es einen kleinen Strand wo aber relativ viel los ist. Der Geheimtipp daher, wirklich ein paar Kilometer am sehr gut ausgebauten Radweg entlangfahren bis nach hinten zum Promontory Point. Hier kann man schwimmen so weit man möchte (ohne Lifeguard Aufsicht) und hat einen super Ausblick auf die Skyline wenn es dunkel wird.

Hier kann man auch öffentlich grillen und gerade am Wochenende nutzen viele Bürger aus Chicago diese Möglichkeit. Bis 22:00 darf man in den Parks sein, dann fahren die Parkwächter vorbei und fordern einem freundlich auf den Park langsam zu verlassen.
Rooftop Bars und Aussichtstürme in Chicago

In Chicago gibt es eine Unmenge an genialen Rooftop Bars. Das London House soll eine sehr gute Rooftop Bar haben mit einer spektakulären Aussicht, nur leider haben wir es nicht dorthin geschafft.
Dafür aber zu einem kleinen Geheimtipp – dem Signatur Room in 95sten Stock des Hancock Towers. Quasi auch eine Rooftop Bar aber eben drinnen. Wie in vielen Wolkenkratzern befindet sich oben ein Restaurant, das aber meistens auch einen Barbereich hat, den man gratis besuchen kann (auch ohne Reservierung). So auch im Signature Room. Wenn man Glück hat bekommt man einen Tisch direkt am Fenster und kann die spektakuläre Aussicht genießen, ohne 30-50$ für den Eintritt auf eine Aussichtsplattform bezahlen zu müssen. Die bekanntesten Aussichtsplattformen in Chicago sind der Hancock Tower und der Willis Tower, hier würden wir empfehlen Tripadvisor zu befragen welcher gerade am preiswertesten ist.
Blues live erleben in Chicago

Wenn man schon mal in Chicago ist sollte man sich auf jeden Fall zumindest ein Blues Konzert anhören. Chicago gilt als eine der Wiegen der Blues Musik und daher gibt es hier eine ganz besonders hohe Dichte an exzellenten Live Musik Bars. Achtung, die Bars sind oft relativ klein, daher ist es schlau schon 30 Minuten vor dem Konzertbeginn dort zu sein um sich einen Sitzplatz zu sichern. Wir haben uns die Blue Bar ausgesucht, und wurden nicht enttäuscht. Tolles Ambiente und spitzen Band.
Essen & Kulinarik, Wetter, Öffentlicher Transport in Chicago und sonstige Tipps
Die berühmte Deep Dish Pizza sollte man probieren, obwohl wir sagen müssen, unser Ding war es nicht unbedingt und die normale Pizza die wir in Chicago hatten war uns lieber. Ein Donut Shop namens Stan’s Donuts hat es uns hingegen sehr angetan. Ich glaube ich habe (an Süßspeisen) noch nie etwas besseres in meinem Leben gegessen.
Preislich ist Chicago eher noch mit Wien zu vergleichen. Für 8-12$ bekommt man ein Mittagessen in den meisten Restaurants. Das Leitungswasser in der Stadt sollte man nicht ungefiltert trinken, daher kommt es in der Innenstadt dann auch schon etwas teurer wenn man dauernd 2$ für eine Wasserflasche zahlt. Aber naja, Jammern auf hohem Niveau, wie immer.
Und hätt ich doch glatt das allerwichtigste vergessen 🙂
für alle Fans der Kultserie „Eine schrecklich nette Familie“ aka „Married with children“ gibt es ja quasi auch eine Pilgerstätte in Chicago. Den Buckingham Fountain, der so wunderschön im Intro jeder Folge der Serie zu sehen ist.

Sehr cool ist es, das (theoretisch) alle Strände public sind, und man dort auch öffentlich grillen darf. Der Lake Michigan ist zwar etwas frisch (schätze so zwischen 18-20°), aber dafür umso erfrischender.
Als wir gerade in Chicago waren im Juni war leider keine Basketball und Football Saison mehr. Daher sollten sich Sportfans das Reisedatum etwas genauer ansehen wenn sie ein Chicago Bulls oder Chicago Bears Spiel sehen wollen. Die Baseball Saison war zwar noch im Gange aber das ist nicht so ganz unser Ding.
Der öffentliche Verkehr (CTA Chicago Transit Authority) ist sehr gut ausgebaut und mit den Bussen kommt man recht flott überall hin. Die Überland U-Bahn namens „L“ fährt auch recht oft aber eher nur in den inneren Bezirken.

Die L Train sollte man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen und einmal eine Innenstadt Runde drehen, da man hier quasi auch einiges an Sightseeing macht. Die Straße und die Träger der L-Train waren auch Kulisse für einige Filme und wilde Verfolgungsjagden (z.Bsp: Blues Brothers).
Tickets kosten für eine Fahrt (ohne Umsteigen) ca. 2$. Die Citybikes kann man sich für 8$ pro Tag ausborgen, aber aufgepasst, alle 30 Minuten muss man wieder andocken sonst muss man aufzahlen.
Taxis sind etwas teurer als Uber oder Lyft, daher sollte man eher diese beiden Dienste bevorzugen. Dafür braucht man aber eine USA Sim Karte um auch mobiles Internet zu nutzen. Aber bei T-Mobile USA gibt es ein ganz gutes Angebot mit 30$ für 3 Wochen und 2GB Daten.
Für die Shoppingwütigen hat Chicago auch etwas ganz besonders zu bieten, nämlich die längste Einfkausstraße der USA (oder der ganzen Welt?). Auf der „The Magnificent Mile“ reiht sich Shop an Shop über eine Meile lang.
Wetter: Der Juni kann schon ordentlich heiß werden mit Spitzen von 35°. Daher sind wohl Mai und September die besten Reisemonate für Chicago.
Das wars mit unsern Reiseinfos zur Windycity. Uns hat es sehr gut gefallen und wenn es uns mal wieder in den Mittleren Westen verschlägt ist Chicago sicher wieder auf der Liste. -> Mehr Fotos gibts noch auf Instagram #tothehinterland. Oder auf Flickr.
Unterkünfte wohl am besten einfach auf Booking.com* checken, wir kamen bei Freunden unter und haben daher keine guten Tipps für Hotels.